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bio

Frühling 2011 war es, als der Gitarrist Mahan Mirarab und die Sängerin Golnar Shahyar beschlossen, einen gemeinsamen musikalischen Weg zu beschreiten. Mit den gleichfalls eingefleischten Jazzern Martin Heinzle am Bass und Wolfi Rainer an den Drums gelingt ihnen ein originelles wie originäres Amalgam aus persischer Musik, westlichen Jazzharmonien sowie Afro- und Latinbeats.

Obwohl blutjung, können sowohl Shahyar als auch Mirarab auf allerhand musikalische Erfahrungen zurückblicken, welche auch die Schicksale vieler iranischer Musiker widerspiegeln, die aufgrund der geringen Wertschätzung internationaler Musikformen in ihrer Heimat zunächst ein musikfernes Studium ergreifen – im Fall Shahyars Biologie, bei Mirarab Architektur – bevor sie sich im Westen voll und ganz ihrer Liebe zur Musik hingeben, ohne aber die reichen persischen Wurzeln zu vergessen.

Da Jazz im Iran verpönt, wenngleich geduldet ist, war Mahan Mirarab auf der Gitarre ein Autodidakt, widmete sich aber mit demselben Ehrgeiz den traditionellen Saiteninstrumenten Tar und Setar. Schon in seiner Heimat war der heute 28-Jährige ein weitgereister Fixstern des dortigen Jazz-Undergrounds, in Wien fand er bald als viel bestaunter Gitarrenvirtuose Anschluss an die lokale Sessionszene.

Golnar Shahyar entschied sich erst während ihres Studiums in Toronto, ihrer Leidenschaft, der Musik, freien Lauf zu lassen. In Wien studiert sie an der Musikuniversität neben klassischem vor allem Jazzgesang. Neben hochinnovativen Word-Music-Projekten wie ihren Trios Sormeh und Gabbeh bewies sie etwa in einer experimentellen Suite von Mathias Rüegg im Porgy & Bess als Rezitatorin von Gertrude-Stein-Texten auch ihr darstellerisches Talent.

Bei Choub interpretiert die 26-jährige Vokalistin mit ihrer nuancenreichen Stimme entweder Lyrik der großen persischen Dichter Hāfez und Omar Khayyām oder ihre eigenen Songs voll emotionaler Tiefe – auf Englisch, Farsi oder in ihrer eigenen höchst musikalischen Fantasiesprache.

Ein besonderes Anliegen ist es den Musiker_innen von Choub, mit dem Publikum zu kommunizieren, dieses im Hier und Jetzt, gleich auf gleich in ihre ungemein spannende und lebensfrohe Musik seelisch einzubinden – und die ekstatische Freude, mit der das Publikum bis jetzt ihren Konzerten folgte, beweist den Erfolg dieses Anliegens.

Aus exquisitem Holz ist dieses junge Quartett geschnitzt: kein bemühter Ethnojazz, sondern originäre wie originelle Handarbeit. Deshalb nannte es sich Choub, das persische Wort für Holz. Viele Assoziationen lassen sich daran knüpfen, das solide Holz von Gitarre, Kontrabass und Drumsticks, die deutsche Redewendung «auf Holz klopfen», der Klang von aneinanderschlagenden Hölzern, oder das Holz des Granatapfelbaums, aus dem Mahan Mirarabs Setar geformt ist, und dessen Blüten die orientalische Fantasie seit jeher beflügelt haben, aus der übrigens auch der Vorname der Vokalistin sprießt, denn nichts anderes heißt Golnar als «Granatapfelblüte».

Choub stehen für Spielwitz, Dynamik und musikalische Weltoffenheit – kosmopolitischer Jazz mit persischem Aroma.

(Text: Richard Schuberth)


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